Riesa Rockt Nachlese

Ich hab Euch ja versprochen, dass es eine ausführliche Auswertung des Band-Contests „Riesa rockt“ geben wird. Versprechen soll man halten, wir tun das. Zu Gast im Studio einer der Mitinitiatoren, Jurymitglied und man kann wohl sagen DER Musik-Sachverständige in unserere Runde: Peter Kettner.

Es gibt viel zu berichten, einiges ins rechte Licht zu rücken, die eine oder andere mittlerweile aufgekommene Meinungsäußerung zu hinterfragen sowie Licht, aber auch Schatten der Veranstaltung in ihrer jetzigen Form auf- bzw. nachzubearbeiten.

Ich werde hier nicht auf alles eingehen, das meiste findet Ihr in unserer Sendung. Hört sie Euch einfach an, viele Fragen werden durch Kette direkt beantwortet. Das Ganze untermalt mit feiner Musik – jedenfalls bis am Ende die Endstufe „Auf Wiedersehen“ sagte… Irgendwie war das sowieso eine komische Sendung: Mal liefen zwei Titel gleichzeitig, die Mikros noch oben, Telefonterror… Aber hört selbst:

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Beginnen wir bei der Bandauswahl. Relativ häufig wurde „bemängelt“, dass drei von fünf Bands Heavy Metal Bands waren. Nun ja, in den vergangenen Jahren ist sowohl die Anzahl der Bands gestiegen, die sich beworben hatten, gleichzeitig stieg die Anzahl der Metal-Bands an. In diesem Jahr kamen 8 von 13 Bands in der Vorauswahl aus dieser Musikrichtung. Prinzipiell gab dies aber nicht den Ausschlag für eine Teilnahme am Endauscheid, ausschlaggebend war hierfür ausschließlich der Entwicklungsstand der Band, ihre Fähigkeiten am Instrument, die Komposition, die Gesamtperformance.
Bei einem solchen Contest kann und soll es nicht um Musikgeschmack gehen, ebensowenig um Stilrichtungen. Genausogut hätte ein Volksmusikquartett auf der Bühne stehen und diesen Contest gewinnen können – vorausgesetzt, es wäre besser als die anderen vier Bands gewesen. Punkt.

In der Jury saßen Leute, denen ich ihren Sachverstand niemals absprechen würde. Zwei Berufsmusikern wie Kette oder Michael Töpfer, mit was weiß ich wie vielen Jahren Bühnenerfahrung oder einem Jens Eisbein als erfolgreichem Produzenten unterschwellig Parteilichkeit vorzuwerfen, ist meiner Meinung nach nicht nur unfair sondern zeugt lediglich von Halbwissen und Mißgunst. Sächsische Zeitung vom 29.09.2009:

Leider traf die fünfköpfige Jury ihre Entscheidung auf Kosten der sympathischen Indie-Band „Men Should Brothers Be“, die dem Abend erst seinen Zauber gegeben hatte. Die Riesaer brachten die Rittergutshalle nicht mit Lautstärke zum Beben, sondern mit ihrer furiosen Rhythmus-Sektion, mit ausgezeichneten Songs und einer unwiderstehlichen Show. Die Tanzmeile vor der Bühne war sofort rappelvoll.

Dass sie den Publikumspreis erhalten würden, war eigentlich von vornherein klar. Der wird für den lautesten Beifall vergeben und ist den Lokalmatadoren normalerweise sicher. Aber eine echte Würdigung dessen, was da in der Riesaer Musikszene heranwächst, ist er nicht. Deshalb herrschte auch bei der Bekanntgabe des Gesamtsiegers – Nobodys Fear – im Publikum betroffenes Schweigen.

(Quelle SZ-Online)

Häh???

Auch wenn es bei manchen Redakteuren noch nicht angekommen zu sein scheint – „Riesa rockt“ ist kein Contest für Riesaer Bands – es ist eine landesweite Veranstaltung, in der kein Preis für die passende Postleitzahl vergeben wird.

P.S.: Ach ja Herr Müller: Soweit mir bekannt ist, sollten Zeitungsredakteure unvoreingenommen und objektiv über Ereignisse berichten – persönliche Meinungen sollten Sie bitte auch als solche kennzeichnen… Persönliche Meinungen sehen so (Klick) aus – das kann, muß und wird man akzeptieren – Meinungsmache allerdings nicht.

Wir und die Initiatoren der Veranstaltung stimmen allerdings mit Ihnen überein, dass „Riesa Rockt 2009“  die seit Jahren beste Veranstaltung seit Beginn vor vier Jahren war. Auch wir als Beteiligte waren überrascht, welchen Anklang das erneuerte Konzept bei den weit über 300 Gästen gefunden hat. Allerdings, es gibt im Hinblick auf die (mittlerweile bestätigten) kommenden drei Veranstaltungen dieser Reihe auch noch viel zu tun und zu überdenken.

  1. Sound: Trotz aller Anstrengungen seitens der Techniker (Danke an dieser Stelle noch einmal an Robin und das gesamte MyWay Team für die viele, viele Arbeit) ist es uns leider nicht ganz gelungen, die akustischen Nachteile der alten Halle völlig auszugleichen. Das lag weniger an der Technik vielmehr scheint es nötig, bereits im Vorfeld einige Änderungen an der Location selbst vorzunehmen.
  2. Die Positionierung der Jury: Aufgrund der unerwartet hohen Besucherzahl „verschwand“ der Jurytisch inmitten des Publikums. Das muss abgeändert werden, die Jury braucht freie Sicht auf die Bühne, auch ohne sich direkt vor der Stage im Gedränge aufhalten zu müssen.
  3. Die Vorlaufzeiten waren etwas zu kurz. Vielleicht lässt sich eine Möglichkeit finden, die Soundchecks eher durchzuführen. Damit ist unter Umständen auch Problem 1 besser in den Griff zu bekommen.
  4. Vielleicht lässt es sich ja machen, die Kriterien und deren Gewichtung, die zur Entscheidung für oder gegen eine Band geführt haben, bei der Siegerehrung (oder im Vorfeld) bekannt zu geben. Damit würden sich solche Animositäten wie oben beschrieben sicherlich umgehen lassen.
  5. Könnte es unter Umständen vielleicht eventuell bei der nächsten Veranstaltung auch ein trinkbareres Bier geben? Sorry, aber irgendwie wird das Hammerbräu seinem Namen immer mehr gerecht…Viele Gäste fanden es einfach nicht sooo toll.

Soweit so gut. Richtig toll fand ich, wie die jungen Musiker miteinander umgegangen sind. Da war nichts von Konkurrenzdenken zu spüren, auch nicht während oder nach der Bekanntgabe der Gewinner. Hätte es einen Preis für Fairness gegeben, man hätte ihn an alle Beteiligten verleihen müssen.
Eines der Highlights ging leider etwas unter: Der Auftritt der Siegerband des letzten Jahres, den AMPT’s. Trotzdem sie derzeit ohne Sänger(in) dastehen, haben sie überdeutlich gezeigt, was für Fortschritte in nur einem Jahr möglich sind.

Also: Die AMPT’s suchen DRINGEND eine Stimme, Godcilioration suchen DRINGEND einen Drummer. Wer Interesse hat und es sich zutraut, meldet Euch bei uns, bei Kette oder direkt bei den Bands. Aber Vorsicht: Hohes Niveau!!!

Zusammenfassend lässt sich sagen, „Riesa Rockt“ rockt, wird immer besser, aus Fehlern kann (und wird) man lernen. Dass diese Veranstaltungsreihe ankommt, beweisen die schon am gleichen Abend eingegangenen Bandanfragen für den Ausscheid im nächsten Jahr. Na dann…auf geht’s.

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