Endless Summer…

Mad Sin…wäre ein schöner Titel für diesen Beitrag gewesen, wenns beim gleichnamigen Festival im schönen Sachsenlande nicht so beschissen arschkalt gewesen wäre.

R.G.I. war mal wieder relativ kurzentschlossen auf Tour – und wie sollte es auch anders sein – natürlich ging mal wieder was schief. Da stellen sich schon langsam ein paar Fragen:

Warum immer wir?

Sind wir zu alt für mehrtägige Veranstaltungen? (Diese Frage klären wir weiter unten…)

Woher wusste das Navi wo’s langgeht?

Aber jetzt mal der Reihe nach. Freitag Abend, 20:00 Uhr – die Reise beginnt. Diesmal nicht im allseits bekannten schwatten RGI Bus, nein, dieser hat momentan die Hufe hochgerissen, war ihm wohl zuviel in letzter Zeit. Vielleicht hatte er auch Angst, dass ich ihn wieder zurückfahre – nach der Tour zum Back to Future könnte ich das glatt verstehen. Diesesmal gings standesgemäß zur Veranstaltung – in der achtspännigen Luxuskutsche aus Stuttgart-Zuffenhausen. Passt extrem zu einem Punk- / Hardcore Festival und sollte nach Abschluß der Maßnahme noch für Heiterkeit sorgen.

Die Fahrt an sich und auch das Finden eines Parkplatzes  ging diesmal erstaunlich glatt über die Bühne, (dank der tollen Beschilderung) aber der Parkplatz selbst war schon das erste Highlight. In Torgau und Umgebung muß irgendwas im Grundwasser sein,der Größe der Haufen nach zu urteilen sind die Kühe da mindestens 4 Meter hoch. Das waren schon keine Haufen mehr – für Holländer wären das Berge. Mobilität auch in schwerem Gelände war gefragt – und wir waren gerüstet… Dreißig OckenEintritt für ein Tagesticket schienen nur auf den ersten Blick ein wenig viel, bei dem LineUp am Freitag aber kann man das schonmal hinlegen. Wann hat man schon Mad Sin, The Adicts und Sick Of It All hinternander weg auf der Bühne stehen.
Mad SinAls wir ankamen tobten grad Mad Sin über die Mainstage (na klar – zu spät…), aber das, was wir von denen mitbekommen haben war schon krass. Schön laut, schön schnell, ein Ohrenschmaus. Leider, leider hat sich meine im U-Punkt schon unwillige Kamera nicht selbst repariert, so ist dieses Foto hier links so ziemlich das Einzige halbwegs brauchbare des Abends. In der Umbaupause dann kam, was kommen musste: SHOPPING. Wenn Herrschaften im gesetzteren Alter auf der Jagd nach Campingbeuteln und/ oder Nickies sind, da fehlen einem schonmal die Worte.

Von beidem gab es reichlich, gekauft wurde nichts, das bisschen Geld was noch da war setzte man lieber in liebevoll bereitete HotDogs (klassisch) und Bier um – so gehört sich das. Nämlich.
Zur nächsten Band gibts nicht viel zu sagen, „The Adicts“ machen ihr Ding in gewohnter Manier. Es ist einfach immer wieder geil, was da an Konfetti, Luftschlangen und ähnlichem Krimskrams durch die Gegend fliegt. Im Clownskostüm mit Federboa fetten Punk spielen – unglaublich. Fast eine  Stunde straff durchs Programm – fein.

Danach dann endlich die lang ersehnte Preisfrage des Tages: Wer fährt eigentlich zurück? Nach einigem Hin und Her dann der Ent-(oder Be-)schluß: ICH. Gut soweit, dann eben kein Bier mehr, auch kein RB-Wodka, nein, Wasser. Schmeckt ja auch, fragt nur nicht wie. Nächste Umbaupause – noch eine Runde um den Platz, dann das Highlight des Abends und die Klärung des zweiten Sachverhaltes (siehe Frage oben).

Sick Of It All – mittlerweile ältere Herren, die den ganzen jungschen Nu-Metal Fuzzis immernoch zeigen, wo der Bartel den Most holt. Da kann man doch nicht abseits stehen und mit den Fußspitzen wippen – NEIN – vor gehts, mitten rein ins Schlachtgetümmel. Und das in meinem Alter. Wie durch bin ich eigentlich? Immerhin hats fast eine ganze Minute gedauert, dann hatte ich zwei in der Fresse, eine im Solarplexus und einen ausgekugelten Finger. Wow. Echte Indianer kennen keinen Schmerz, bzw. haben vor der Bühne keine Zeit dazu, weiter gehts bis zum bitteren Ende.
Nach der letzten Zugabe war mir klar, zu was man Sauerstoffzelte gebrauchen kann, ich hab nur keins gefunden. So am Ende war ich lange nicht mehr – aber ich hab durchgehalten. Jedenfalls diesen Abend, für einen zweiten Anlauf am Samstag wäre ich definitiv nicht mehr zu gebrauchen gewesen. Soviel zu mehrtägigen Veranstaltungen.

Der Fator mit dem Gürtel...Eine Stunde später bekam ich dann auch wieder Luft und konnte entspannten Reggea Kängen lauschen, mein Wasser trinken und dem Fator bei seinen strengen Spielchen (-> hier der Gürtelzwist) zuschauen. Was doch der Alkohololol so für Auswirkungen haben kann. Nun ja, man entschloß sich dann doch so langsam zum Aufbruch und ging getrennte Wege zur Kutsche. Es war ein schönes Bild, die beiden Nachzügler beim Tanz um die Haufen der 4-Meter Kühe zu beobachten. Wie ein paar Störche im Salat – köstlich.

Zu guten Schluß dann ohne Fehltritt hinein in die Karosse und los – ganze 300 Meter. Preisfrage: Was bedeutet eine kreisende Taschenlampe mit roter Blende?

Richtich: HALT, Pozilei, und das früh um 3e. War auch eigentlich zu erwarten: vier durchgeknallte in sonem Panzer – heiligs Blechle, da muß man doch mal schaun, ob die was getrunken haben.

Hatten Sie auch, der eine (hinten links) mehr, der andere (vorne links) weniger. Nach ewigem Überlegen gab das amtlich geprüfte und frisch geeichte  Atemalkohol-Kontrollgerät das amtliche Zwischenergebnis bekannt: 0,17. Das amtliche Endergebnis errechnete sich dann wie folgt: 0,17 x 2 = 0.34 Promille. Ein Durchläufer Herr Morgner, wir ziehen nochmal. Nach einer wundervollen Ansprache aus dem wohlgeformten Mund einer schick gewandeten Dame (Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass Sie mit diesem Wert im Falle eines Unfalls Ihren Versicherungsschutz gefährden…) durften wir dann von dannen ziehen…

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