Back to Future – Glaubitz Open Air 2010 Part 1

Nu isses vollbracht, Back to Future 2010 ist Geschichte. Ums ganz kurz zu machen – es war ein geiles Festival, am richtigen Ort zur richtigen Zeit und ausnahmsweise mit dem richtigen Wetter.

Und weil mir grad nichts weiter einfällt, schließe ich den diesjährigen Reisebericht damit ab. Ätsch.

Nee, Spaß beiseite, jetzt wirds ernst – natürlich bekommt Ihr auch was zu lesen und zu gucken – zwar nicht solch einen Reisebericht wie den hier, schließlich gabs für uns ja nicht soooviel zu reisen, dafür haben wir diesjahr mehr gesehen und vor allem gehört…Beginnen wir mit Tag minus 1 – dem Donnerstag.
Da wir ja hin und wieder Radio machen (hört man so), haben sich die Herren Veranstalter mal eben gedacht, holen wir die Typen doch mal rüber und lassen die schon vorhandenen Camper bzw. die noch vorhandenen Aufbauhelfer gepflegt beschallen. Ist ja prinzipiell ne gute Idee, hat auch fast zum gewünschten Zeitpunkt funktioniert – aber was da von den Herren Punk-, Oi-, Ska- und was weiß ich noch alles-Fans so an Musikwünschen kam, damit musste erstmal rechnen und vor allem klarkommen.

Wenn da Rondo mit seinem Laptop nich dagewesen wäre, hätten wir uns mal eben ganz nebenbei zum Kernobst (nicht Birne…) gemacht. Diese ganze Vorveranstaltung ging dann auch nicht nur drei Minuten, so dass den Beteiligten schon zu schwanen begann, was die nächsten Tage so auf sie zukommen könnte. Wie sich nur wenige Stunden später herausstellen sollte, waren dieselben noch nicht mal nah dran.

Freitag
Wenn man so zu einem Festival fährt, geht man die ganze Sache für gewöhnlich recht entspannt an, jedenfalls halte ich das meistens so. Nicht so Mario & Rondo. Da man sonst ja nüscht weiter zu tun haben könnte, wird erstmal ein Graben geschaufelt – nämlich der für die Kabel von der Mainstage zum Mischer. So zum warmwerden bei gefühlten 60° im Schatten genau das Richtige. Mario hält den Schirm, Rondo schippt, Arbeitsteilung heißt das Zauberwort. Das Rondo als typisches Nachtschattengewächs für solcherlei Aktionen nur bedingt der Richtige ist, sei hier am Rande erwähnt und wird im folgenden noch eine Rolle spielen.

Musikalisch gings pünktlich los – im Zelt. Im Vergleich hierzu waren die Temperaturen draußen geradezu herbstlich – was der Vorfreude auf die kommenden Stunden jedoch nur unwesentlich schmälern konnte. Sperrzone als Opener haben es sogar geschaftt, dass sich der Eine oder Andere doch ryhtmischer zu bewegen begann – obwohl schon das Atmen unglaubliche Schweißausbrüche zur Folge hatte. Da war es in der näheren Umgebung der Mainstage schon eher auszuhalten – allerdings lieferten ZackZack! mit ihrem Auftritt den meiner bescheidenen Meinung nach schlechtesten Gig des gesamten Festivals ab. Alsowieder ins Zelt und in kuscheliger Umgebung den lieblichen Klängen eines Dudelsacks mit Gitarrenunterstützung gelauscht.

Pipes and Pints hatten wir ja schon im E-Werk Oschatz erleben dürfen, auch hier sorgten sie für das erste Highlight, was die auf der Bühne veranstalten ist schon fett. Maro durfte das leider nicht miterleben – eine kreative Schaffenspause verhinderte zuverlässig seine Anwesenheit bei diesem und den folgenden Gigs…


Richtig spannend war dann nur die Frage, schafft er’s bis zum Auftritt von Mad Sin oder eher doch nicht? Er schaffte und war sichtlich beeindruckt von dem was die fünf um (den sichtbar schlankeren und fitteren) Köfte da auf die Bretter legten – großes Kino – Hut ab. Allein dafür hätte sich das Tagesticket gelohnt.

Mein persönliches Highlight kam als nächstes – die Skeptiker. Zum ersten Mal nach fast 20 Jahren, darauf hab ich mich echt gefreut. Eugen (voc.) wiederum hats gefreut, dass doch nicht nur Ältere vor der Bühne herumtobten, sondern viel, viel Nachwuchs eine erstaunliche Textsicherheit an den Tag legte. „Wer die Jugend gewinnt, gewinnt die Zukunft“, meinte er verschmitzt und wies uns gewohnt beiläufig auf die 25 Jahre Skeptiker Jubiläumstour nächstes Jahr hin. Tja, wer hätte Ende der 80er damit gerechnet, unsere Frage zum letzten Konzert im Waldschlösschen Röderau beantwortete er mit schmerzverzerrtem Gesicht: „Erinnert mich bloß nicht daran…“

The Yum Yums sorgten dann für etwas Abkühlung im immernoch subtropischen Zelt, ihr doch etwas ruhigerer Gig kam genau richtig bevor dann mit Pflanzer die Stimmung wieder am Abheben war. Mitgröhl-Mucke auf Dimple Minds-Niveau, ein gewisser Spassfaktor war vorhanden, über den Sinn solcherlei Musikalien kann man streiten, finde ich. Wir sind dann im Anschluß auch direkt von irgendwem angesprochen worden:

„Ich kann einfach nicht verstehen, dass alles was vorne steht, jeden Text mitgröhlt und danach behauptet, die Originaltexte bzw. Lieder bzw. Band nicht zu kennen“. Schizophren, aber wahr.

So neigte sich dann Tag dem Ende entgegen, Rondo war schon dort, 80 (!) Fässer Bier gingen über den Thresen – alle waren zufrieden. Auch Mario, er wollte nicht mit nach Riesa zurückfahren, er hatte jemanden zum kutschen gefunden – dachte er. Aber das ist eine andere Geschichte…

to be continued…

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